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Die Fersentaler und die Schule

Historischer Abriss
Die Pflichtschule für alle wurde auch in den Ortschaften des Tales am Ende des 18. Jh. eingeführt, die ersten Lehrer waren für gewöhnlich die Dorfgeistlichen. Von der zweiten Hälfte des 19. Jh. bis zum Ende des Ersten Weltkriegs wurde der Pflichtschulunterricht in deutscher Sprache erteilt, der Italienisch-Unterricht war nicht vorgesehen. In einigen Orten wurde um die Jahrhundertwende auch ein Kindergarten geschaffen.
Die Situation änderte sich radikal mit der italienischen Verwaltung, als die Schulsprache - vor allem im Laufe der Zwanzigerjahre - ausschließlich Italienisch war. Mit der Abnahme der Schülerzahl wurden einige Volksschulen geschlossen; die einzige Mittelschule für das ganze Fersental befand sich seit ihrer verpflichtenden Einführung in Pergine Valsugana.

Heute
Das Gesetz 18/87 behandelte als erstes die heikle Beziehung zwischen Kindergarten und Pflichtschule und der Kenntnis der Fersentaler Sprache und Kultur. Seit damals wurden zahlreiche Vorhaben durchgeführt, wenn auch die Rolle der Pflichtschule noch nicht gut abgegrenzt ist, was den Unterricht und den Gebrauch des Fersentalerischen anbelangt.
Im Kindergarten ist die Anwesenheit von Lehrern mit Fersentaler Muttersprache gesichert, die Bildungstendenzen betonen die Unvermeidbarkeit einer ausgeglichenen mehrsprachigen Entwicklung und zielen auf das Erreichen von Mindeststandards der erzieherischen Tätigkeit in der Fersentaler Sprache ab.
In der Volksschule wird seit 1998/99 ein Schulversuch durchgeführt, der im Wesentlichen auf einen verstärkten Gebrauch der deutschen Sprache und auf die Vertiefung von Studien zur Fersentaler Kultur ausgerichtet ist. Der Ansatz zum Erlernen der deutschen Sprache erfolgt schrittweise durch aktive Verwendung (Sprache als "Träger" des Unterrichts), statt einfach durch grammatikalische und theoretische Übungen.

Bersntoler Kulturinstitut
Istituto Mòcheno

 

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